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Die Auswirkungen der Designierung der Hisbollah als Terrororganisation auf Wirtschaftsbeziehungen un

Daniel Cohen - Analysearbeit -

Mitarbeit bei Recherche und Schreiben: Liron Shilo, Leora Lupkin, Jacob Weiss, Jack Steinberg und Orly Silverstein

Hintergrund

Die kriminelle Finanzierung der Hisbollah und ihre Bestrebungen, ihre radikale Ideologie durchzusetzen, haben unzählige lokale und internationale Normen verletzt. Ihr kriminelles Netzwerk ist auf allen Kontinenten tief verwurzelt und hat durch illegalen Handel hunderte Millionen Dollar zur Unterstützung ihrer zerstörerischen Pläne erwirtschaftet.


Die Verbindung zwischen der Hisbollah und dem Iran und seine Unterstützung der Organisation durch Ausbildung, Waffen, Sprengstoffe sowie politische, diplomatische, monetäre und organisatorische Hilfe sind für die internationale Gemeinschaft ebenfalls ein Grund zur Besorgnis. Die Designierung als Terrororganisation gibt Ländern die Möglichkeit, die Aktivitäten dieser Gruppe innerhalb ihrer Staatsgrenzen zu bekämpfen.


Durch das Verbot der Hisbollah in ihrer Gesamtheit als Terrororganisation haben diese Länder die operativen Kernkapazitäten der Hisbollah durch die Sicherstellung von Vermögenswerten, das Einfrieren von Bankkonten und die Verhaftung von Helfern und Unterstützern der Organisation erheblich geschädigt. Durch die Trennung der militärischen und politischen Flügel der Hisbollah als Terrororganisationen ist die Designierung als Terrororganisation zu einer doppelten Herausforderung geworden. Diese Unterscheidung zwischen dem militärischen und dem politischen Flügel der Hisbollah behindert nicht nur die weltweiten Bemühungen, die Expansion der Hisbollah zu stoppen. Ohne die vollständige Designierung sowohl des militärischen als auch des politischen Flügels wird die Hisbollah ihre illegalen und tödlichen Aktivitäten unter dem Deckmantel der Legalität fortsetzen.

Fallstudie

Das Abba-Eban-Institut für Internationale Diplomatie (AEI) analysierte mehrere Datensätze aus den Jahren 1997 bis 2017 zur Bewertung der bilateralen Beziehungen, die der Libanon mit Ländern unterhält, die die Hisbollah entweder teilweise oder vollständig als terroristische Organisation eingestuft haben. Die untersuchten Länder waren die Vereinigten Staaten, die Niederlande, Australien, Neuseeland, die Europäische Union (EU), das Vereinigte Königreich und Kanada (die teilnehmenden Länder).


Argentinien und die Golfstaaten haben die Hisbollah ebenfalls in gewissem Umfang als Terrororganisation eingestuft, sind aber nicht Teil dieser Analyse. Argentinien erklärte die Hisbollah 2019 zur Terrororganisation, was außerhalb des zeitlichen Rahmens dieser Analyse liegt; Daten aus den Golfstaaten konnten nicht erhoben werden. Eine weitere Analyse wird in der Folge durchgeführt werden, um alle neu gewonnenen Daten einzubeziehen.

Umsetzung der Studie

Für jedes der teilnehmenden Länder wurden drei verschiedene Parameter der bilateralen Beziehungen zwischen den Ländern untersucht, nämlich die Leistung humanitärer Hilfen, die öffentliche Entwicklungshilfe (engl. official development assistance, ODA) und die Frage, ob die Designierung der Hisbollah Auswirkungen auf die Import-/Exportwerte des Libanon hatte. Bilaterale Beziehungen zwischen Ländern bestehen aus verschiedenen Parametern, die die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Interaktionen zwischen zwei Ländern beeinflussen können.


Diese Studie isoliert die humanitäre Hilfe, die öffentliche Entwicklungshilfe sowie die Import- und Exportwerte, da sie die wichtigsten und dringendsten Faktoren sind, die für die Rehabilitation des Libanon und, als Hauptnutznießer dieser Verbindungen, das libanesische Volk und dessen Lebensqualität notwendig sind. Es handelt sich um eine unparteiische Erhebung, die auf quantitativen Untersuchungen aus Regierungsberichten beruht. Sowohl die öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) als auch die humanitäre Hilfe sind darauf ausgerichtet, dem allgemeinen Volk zu helfen und die Entwicklung des Landes im Hinblick auf künftiges Wachstum zu ermöglichen. Sie unterscheiden sich durch ihre Verteilung.


ODA wird definiert als „staatliche Hilfe zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und des Wohlergehens von Entwicklungsländern. Die Hilfe kann bilateral, vom Geber zum Empfänger, geleistet oder über eine multilaterale Entwicklungsorganisation wie die Vereinten Nationen oder die Weltbank kanalisiert werden“. Das Geld, das zwischen den Regierungen als ODA vergeben wird, wird dann von der Regierung an die Bevölkerung verteilt. Die humanitäre Hilfe unterscheidet sich von der ODA insofern, als dass die Gelder über Nichtregierungsorganisationen verteilt werden, um „Menschen in Not bei Naturkatastrophen, bewaffneten Konflikten und anderen Notlagen Nothilfe zu leisten“.

Diese Studie untersucht den Zeitraum von zwanzig Jahren zwischen 1997 und 2017, der sowohl die Designierung als Terrororganisation als auch den zweiten Libanonkrieg 2006 und den Beginn der Flüchtlingskrise im Jahr 2013 einschließt. Die Flüchtlingskrise im Libanon in 2013 lässt sich auf den Bürgerkrieg in Syrien und die in die Nachbarländer fliehenden syrischen Flüchtlinge zurückführen.


Über 6,6 Millionen syrische Flüchtlinge waren seit Beginn der Krise gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, wobei die meisten von ihnen in den Libanon und in die Türkei flohen, was die dortigen Volkswirtschaften und sozio-politischen Strukturen zusätzlich belastet. Die internationale Gemeinschaft reagierte auf diese Situationen mit erheblicher finanzieller und humanitärer Hilfe. Diese Krisen machten die Hilfe für die Entwicklung des Landes und die Existenzsicherung der Menschen ungeachtet ihrer politischen Meinung notwendig. Es ist wichtig, diese zentralen Ereignisse zu berücksichtigen, da einige Daten als Resultat ihres Auftretens bedingte Schwankungen aufweisen.


Um den vollständigen Artikel in Englisch zu lesen >

The Impact of Hezbollah Designation as a
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